Ein Pionier des Skisports in Salzburg ist verstorben: Herbert Thayer im 90. Lebensjahr. Aufgewachsen in einer großen Skifamilie am Mitteregg/Gaisberg, hat er alle Facetten des Skisports gelebt: als Aktiver, Trainer und Skilehrer.

Nach seiner aktiven Zeit in der Heimat suchte er neue Herausforderungen in Übersee. Ab 1961 arbeitete er als Skilehrer in der Skischule von Othmar Schneider in Michigan/USA und in Portillo/Chile sowie für Pepi Stiegler in Jackson Hole/USA. Er fuhr damals noch Rennen, etwa im amerikanischen Profizirkus und in Portillo, wo er sich einmal nur Frankreichs Star Guy Périllat knapp geschlagen geben musste.

Nach Trainertätigkeiten für Chile und England wechselte er zum ÖSV, wo er von 1967 bis 1971 Coach der Herrenmannschaft war und sich auch um die Auswahl der gehörlosen Skifahrer kümmerte.

1968 gründete er die Skischule Kitzsteinhorn und organisierte sommerliche Trainingscamps, in denen unter anderem Marc Girardelli und Franz Klammer ihre ersten Schwünge absolvierten.

Thayer war auch noch viele Jahre aktiver Rennläufer, wurde 1985 Doppelweltmeister der Masters und bestritt das Inferno-Rennen in Mürren – mit 14,9 km der längste Abfahrtslauf der Welt – nicht weniger als 30 Mal, unter anderem mit Klassensiegen 1985 und 1986 sowie zuletzt im Jahr 2014 mit der 39. Tageszeit.

Quelle: SLSV