Für ihre bislang starken Leistungen im Weltcup konnten sich die Kombinierer-Brüder Stefan und Thomas Rettenegger auch im zweiten olympischen Bewerb nicht belohnen. Stefan Rettenegger erreichte im Großschanzenbewerb in Predazzo den 8. Platz mit 1:09 Minuten Rückstand auf den Sieger und blieb damit um vier Plätze hinter seinem Resultat auf der Normalschanze. Stefan verlor mit einem Sprung auf nur 129 Meter (im Training hatte er bis zu 136 Meter erreicht) eine Minute und acht Sekunden, die er trotz seiner Laufstärke nicht mehr aufholen konnte. So sah er es auch danach: „Ich habe es auf der Schanze verhaut.“
Dass er gut läuft, zeigte er mit seiner Zeit über 10 Kilometer, die die fünftbeste des Feldes war. Bruder Thomas hatte mit 137 Metern den weitesten Sprung, hielt sich in der Loipe bis zur Halbzeit gut, hatte im Finish aber nichts mehr zuzusetzen und belegte letztlich den 11. Rang. Der Tiroler Johannes Lamparter wurde zum zweiten Mal Zweiter hinter dem Norweger J. L. Oftebro.
Eders Abschied mit Platz 10
Der 17. Februar war ein großer Tag für den Saalfeldener Biathleten Simon Eder: Kurz vor seinem 43. Geburtstag verabschiedete er sich von der großen Bühne mit seinem 117. großen Rennen bei Olympia und WM (Einzel und Staffel) als zweiter Mann in der österreichischen Staffel, die mit dem 10. Platz das zuvor ausgegebene Minimalziel erreichte. Fast auf den Tag genau 16 Jahre zuvor hatte Eder seine Olympia-Karriere in Vancouver mit einem 11. Rang im Sprint begonnen, mit dem 10. Platz in der Staffel in Antholz hat er sie nun beendet.
Dabei hatte er das ÖSV-Team mit hervorragendem Schießen vorübergehend weiter vorne gehalten. Sein um 20 Jahre jüngerer Klubkollege vom HSV Saalfelden, Fabian Müllauer, konnte die Staffel zwischenzeitlich sogar auf den 6. und 7. Platz bringen. Danach vermochte Schlussmann Patrick Jakob das Tempo jedoch nicht zu halten, Rang 10 war das Ergebnis.
Die stumpfe Spur war – mit Ausnahme von Müllauer (6. Zeit auf der Schlussrunde) – für die Österreicher nicht von Vorteil. Das Laufpotenzial des Teams muss generell erhöht werden, das zeigten alle Rennen in Antholz. Am Schießen liegt es nicht, dort war Österreich in der Staffel das zweitbeste Team.
Eder verabschiedete sich mit erhobenem Haupt: Er hat die großen Rennen 59-mal in den Top 10 beendet. Er hofft, dass Müllauer sein Nachfolger wird – vielleicht mit dem Anschluss an Frankreich, Norwegen und Schweden, die in der Staffel auf dem Stockerl standen.
Quelle: SLSV, Gepa-Pictures

