Im Vorjahr musste sich Jan Hörl vom SC Bischofshofen in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee dem Sieger Daniel Tschofenig aus Kärnten als Zweiter um nur 1,4 Punkte geschlagen geben, diesmal lag er als Zweiter bereits 42 Punkte hinter dem überragenden Slowenen Domen Prevc.

Beim Finale im Sepp-Bradl-Stadion gab es durch Tschofenig einen ÖSV-Sieger, gefolgt von Prevc und dem Japaner Ryoyu Kobayashi. Hörl belegte mit einem knappen Rückstand von fünf Punkten auf Tschofenig Rang vier. Der „Hausherr“ hatte im Training mit 143,5 Metern den Schanzenrekord nur um 1,5 Meter verfehlt und war mit 140,5 Metern im Probedurchgang der Beste.

Stefan Kraft landete im Probedurchgang bei 139 Metern, im Bewerb fehlten ihm dann zwar ein paar Meter, dennoch erreichte er nach zuletzt enttäuschenden Resultaten den sechsten Platz. Entsprechend zufrieden zeigten sich Kraft, Hörl und Cheftrainer Andreas Widhölzl, der fünf ÖSV-Athleten unter den besten sieben des Tages sowie vier Springer unter den Top Ten der Gesamtwertung hatte.

Im voll besetzten Stadion gab es zudem viel Applaus für zwei Athleten, die sich aus Bischofshofen verabschiedeten: den Innsbrucker Manuel Fettner, der vor 25 Jahren (!) erstmals an der Tournee teilgenommen hatte und nun einen beachtlichen siebenten Platz belegte, sowie den dreifachen Tourneesieger Kamil Stoch aus Polen, der auf insgesamt 77 Tournee-Bewerbe zurückblicken kann. Viel Lob erhielt auch der Veranstalter SC Bischofshofen, der bereits dem 75-Jahr-Jubiläum im Jahr 2027 entgegenblickt.


Lisa Eder: Nur 0,6 Punkte zum Sieg

Wie bereits am ersten Tag belegte Lisa Eder auch im zweiten Springen auf der Villacher Normalschanze den zweiten Platz – lediglich 0,6 Punkte hinter der Slowenin Nika Prevc. So knapp war Eder ihrem ersten Weltcupsieg noch nie.

Bei den Sprungweiten lag die Salzburgerin sogar vor Prevc: Eder sprang auf 92 und 91 Meter, die Slowenin auf 92 und 89,5 Meter. Entsprechend selbstkritisch analysierte Eder: „Ich brauche noch bessere Haltungsnoten, dann wird es mit dem ersten Sieg klappen.“

In der Weltcup-Gesamtwertung führt Prevc weiterhin klar, Eder liegt auf Rang vier und hat derzeit nur fünf Punkte Rückstand auf Platz drei. Weiterhin unter ihren Möglichkeiten blieb Chiara Kreuzer, die mit einem Sprung auf lediglich 74,5 Meter den Finaldurchgang verpasste. Über ihre bislang beste Weltcup-Platzierung freute sich hingegen die Oberösterreicherin Julia Mühlbacher, die als Sechste überzeugte.

Quelle: SLSV, Gepa-Pictures